BZF-Kurs – Ein Erfahrungsbericht

VON UNSEREM MITGLIED MATIAS BUVARI

 

BZF Prüfung in Eschborn

Wir sind drei Schüler vom BPFV und fahren gemeinsam zur Prüfung.
9 Uhr Prüfungsbeginn in Eschborn. Abfahrt um 7 Uhr EDFM (Nach Frankfurt ist ja öfter mal Stau angesagt). Daher lieber früher dort sein und einen Kaffee trinken bevor es losgeht.

Dort angekommen herrschte auch eine lockere Atmosphäre. Insgesamt waren wir 11 Prüflinge.
Zwei Prüfer (ein Lotse und ein Prüfungsleiter) begrüßen uns und erklären den Ablauf.

1. Punkt Theorieprüfung

  • Jeder Prüfling erhält einen anderen Fragensatz, so ist sichergestellt, dass nebeneinandersitzende Teilnehmer nicht denselben Fragensatz bekommen.
  • 100 Fragen aus den knapp 250 kommen zufällig dran (mindestens 75 müssen richtig beantwortet werden)
  • 60 Minuten Zeit. Die meisten sind nach 40 Minuten fertig gewesen.
  • Wir vom BPFV hatten alle über 90% der Fragen richtig (94, 98, 99)

Bestanden haben alle 11 Teilnehmer.

 

2. Punkt Praktischer Teil – Texte

Die Teilnehmer werden in zwei Gruppen aufgeteilt. Wir sind in der ersten Gruppe.

Es wird für jeden Teilnehmer, der das englische Flugfunkzeugnis erhalten möchte, ein zufällig aus den 50 vorgegebenen Texten ausgewählter Text verdeckt ausgeteilt.
Reihum beginnt das Vorlesen und Übersetzen. Während der links neben einem sitzende Prüfling vorliest und übersetzt, darf der nächste seinen Text umdrehen und sich vorbereiten.
Die ersten beiden Teilnehmer taten sich etwas schwer mit den Texten und mussten so den gesamten Text vorlesen und übersetzen. Die Prüfer waren sehr nachsichtig.

Auch einzelne falsch übersetzte Vokabeln waren kein Durchfallgrund.
Wir Teilnehmer aus Mannheim konnten die Texte schnell und flüssig lesen, so dass der Prüfer nach einem Satz schon abgebrochen hat und nur eine Vokabel übersetzen lies.

Bestanden haben alle 7 Teilnehmer unserer Gruppe.

3. Praktischer Teil – Ab-/Anflug

Jeder Teilnehmer bekommt einen eigenen Satz Anflug und Abflugkarten und ein Aufgabenblatt auf dem Kennung, Flugzeugmuster, METAR, Standort auf dem Abflugplatz sowie der Zielflughafen mit Einflug-Pflichtmeldepunkt steht. (Bei mir C-182 VFR von Aberdeen nach Bremen).

Zusätzlich eine vorgegebene Steigrate, sowie je Schüler eine Besonderheit (z.B. Meldung von Reifenteilen auf der Piste beim Abflug oder Erfragen der Öffnungszeiten eines Flughafens auf der Strecke zum Ziel), die er allerdings nur melden sollte, wenn er dazu aufgefordert wird (war bei uns nicht der Fall).

Die erste Überraschung kam beim Umdrehen der Flugkarten. Diese waren Jeppesen Karten. Geübt hatten wir immer mit den Karten der DFS AIP, sodass wir uns erstmal mit den Karten vertraut machen mussten (zumindest ich hatte diese Karten vorher noch nicht in der Hand).

Die zweite Überraschung war, dass auf der Karte, die mir bekannten Pflichtmeldepunkte (November, Sierra, etc.) so nicht vorhanden waren. Kurze Panik stieg auf, beim hektischen Suchen der Meldepunkte beim Abflughafen.

Aber da wir ja wissen, wie ein Pflichtmeldepunkt auszusehen hat, war auch dies schnell gefunden. In Aberdeen heißen die Meldepunkte eben nicht November, Sierra, Echo, etc. sondern sind nach Ortsnamen benannt (z.B. Shackleton). Mein mitgereister Vereinskollege berichtete später, er habe zwei Minuten verloren, weil er die Flugkarten nicht gleich umgedreht hatte und vergeblich die Anflugblätter des Zielflughafens gesucht hat. Erst nachdem er eher zufällig auf die Rückseite schaute war alles vorhanden, was gebraucht wurde.

OK. Erleichterung machte sich breit. Der Rest war oft geübte Routine.

Nach dem Abheben wurde das Heading und die Höhe abgefragt, die nach zwei Minuten Flugzeit angelegen hätten (Steigrate auf dem Aufgabenblatt). Hierbei musste man ein wenig aufpassen und dies entsprechend der Special-VFR Freigabe nachverfolgen und zurückmelden. Aber auch hier war alles sehr fair und auch bei falschen Angaben wurde nochmal erklärt, worauf man achten sollte und man durfte dann nochmal die korrekten Angaben zurückmelden.

Es wurden einem keine Fallstricke gestellt und auch Fehler wohlwollend korrigiert. Man hatte immer das Gefühl, die Prüfer möchten das man besteht. Nach vollendeter Landung auf dem Zielflughafen war die Prüfung beendet.

Alle Teilnehmer unserer Gruppe haben bestanden.

Fazit

  • Die Vorbereitung zur Prüfung ist durch die angebotenen Kursabende vorbildlich.
  • Das Vorlesen der Englischen Texte sollte man zuhause laut üben, damit diese flüssig vorgetragen werden können, dies kann, je nach Prüfer, ersparen, dass der Text komplett gelesen und übersetzt werden muss.
  • Den kompletten Fragekatalog für den Theorieteil sollte man einige Male durcharbeiten um für die 100 Fragen gewappnet zu sein.
  • Das Üben in den Kursen macht Spaß und die Prüfung ist sehr gut machbar.
  • Angst haben braucht keiner.

Nach unserer Meinung macht es wenig Sinn erst BZF 2 zu machen und dann auf BZF 1 upzugraden. Dann muss man beide Varianten (An-/Abflug jeweils in der gewählten Sprache) komplett durchführen. Man hat also beim BZF 1 eigentlich die halbe Arbeit.

Tipp

Auch wenn man sich während der Prüfung im Recht wähnt, einfach die Korrekturen des Prüfers über sich ergehen lassen und mit OK bestätigen. Wer auf sein Recht pocht, kann u.U. ein paar Sonderfragen gestellt bekommen (wie mir geschehen), die aber auch sehr gut zu meistern waren.


Hier geht es zum Teil 1 – Der Vorbereitungskurs


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